Onlinegeschichte (Alera) Teil 1 Staffel 1
Eine Online-Geschichte, deren einzelne Artikel hier in den nächsten Wochen folgene werden, hier der erste Teil der ersten Staffel:
Alera
Achtung! Teaser: *Das ist ein Krimi und Thriller, also nichts für schwache Nerven*
Vision 1
„Lebe ich noch, ist das noch Leben?“, schallte die ängstliche Stimme, „Hilf mir, nein, komm nicht näher, lass mich in Ruh…“ Rot, alles, was ich sah, war rot, ich spürte, wie mich jemand berührte, ein Wimpernschlag, mein Wimpernschlag, als sich meine Augen öffneten, schnellte eine Hand nach vorne und eine kehlige, keuchende Stimme hauchte: „Alera, Alera, du… bist… TOT“ Ich hörte mich wie aus weiter Ferne schreien.
Kapitel 1
Schweiß gebadet wachte ich auf, mein Körper zitterte und ich hörte mein Herz wild schlagen. Ich lag auf dem Boden, meine Decke war wild um meine Füße gewickelt und ich konnte mich nur mit Mühe freistrampeln. Ich nahm mir ein paar Klamotten vom Gamingstuhl/ Kleiderschrank 2.0 und zog mich an. Meine schwarzen, langen Haarwellen flossen unsanft und struppig über meine immer noch zitternden Schultern, als ich runter kam. Meine kleine Babyschwester Elaria planschte schon in ihrem längst kalten Milchreis herum, Mom telefonierte und Dad fuhr gerade für die ganze Woche zur Arbeit.
Liebevoll setzte ich mich neben Elarias Babystuhl und wischte ihr den Milchreis von ihrem Gesicht. „Sesti bieb!“, brabbelte Elaria kichernd und streckte ihre kleinen Ärmchen nach mir aus, auf einmal kam mir wieder das Bild von der vorschnellenden Hand in den Kopf und ich zuckte unwillkürlich zusammen. „Hey, Maus alles okay bei dir? Du… wirkst verstört“, sprach Mom sorgenvoll und ich schüttelte mich um das Bild aus dem Kopf zu bekommen. Ich antwortete, um ihr keine großen Sorgen zu machen: „Ja, ja, alles gut, war nur ein Albtraum“. Ich kratzte mir verlegen am Kopf, da ich es voll schön fand, wenn Mom dieses Dann-ist-ja-alles-gut-Lächeln aufsetzte. Schon drückte sie mir den Rucksack in die Hand und meine Schuluniform und dann sollte ich ab zum Internat. Schnell noch einen Abschiedskuss und dann los, da Mom ja keine Zeit für zwei Kinder hat.
Der Weg zum Internat war sehr einfach, mit dem Fahrrad links, in die Straße, wo der Kiosk war, dann rechts, wo Maggy wohnte, dann wieder rechts, wo das große, rote Haus mit den verdunkelten Glasscheiben stand und dann circa fünfhundert Meter geradeaus.
„ALERA! ALERA, WARTE!“, rief eine raue, rauchige Stimme von hinten, ich hielt an, bis meine beste Freundin Aurora schnaufend mit ihrem rostigen Fahrrad neben mir stehen blieb, ich ließ ihr die Verschnaufpause und stieg vom Fahrrad ab. Ihre roten, kurzen Haare wirkten ungepflegt, sie hingen ihr klebrig-verschwitzt im Gesicht, während sie sich abmühte ihre Kaugummis nicht aus der Jackentasche zu verlieren.
Scherzhaft sagte ich: „Na, mal wieder zu lange aufgeblieben und GESPRÄCHE geführt? Aber du hast Glück, dass ich deine krasse Stimme jeden Morgen erkenne. Ich hätte auch mal gerne so eine schöne, raue, rauchige Stimme.“ Aurora lachte mit dem Lachen, das ich so sehr an ihr mochte: „Sei froh, dass du die nicht hast, ich sehne mich nach so einer Stimme wie deiner; tief, harmonisch, ruhig und verführerisch…“
Ich wurde leicht rot und rief verlegen und zugleich scherzend: „Jetzt übertreibst du, du hast hier doch die verführerische Stimme, weshalb schwärmt Elian wohl von dir? Echt, der ist total verrückt nach dir.“ Sie wurde rot.
Wir quatschten noch eine Weile, bis wir zum blockig, standartistischen und ultra langweiligen Internat rannten und schnell unsere Zimmer bezogen. Zum Glück war am ersten Tag nach den Herbstferien noch nicht Schule, sondern nur Zimmerkontrolle. Wir schafften es gerade noch rechtzeitig, unsere Koffer unter das Bett zu kicken, eh Frau Steinmeier, unsere Klassenlehrerin, mit energischen Stöckelschritten unser Zimmer betrat und wie eine nervöse Wespe durch jeden Winkel unseres Zimmers schwirrt, um danach undamenhaft die Nase hochzuziehen, aus der Tür zu wackeln und die Tür so laut wie die eines Panzers zuzuknallen.
Die kleine Celeste, unsere Mitbewohnerin, weinte schon wieder nach ihrer Mami und ich musste sie in die Arme nehmen und trösten. Es wurde langsam Abend und ich merkte wie meine Blase mich erdrückte, Aurora machte gerade draußen Raucherpause und es war genau der richtige Moment für einen schnellen Toilettengang, ich lief schnell die Treppe runter und in den rechten Flügel, dann links und…
Mir stockte der Atem: Maggy, ein Mädchen aus einem Jahrgang höher, lag blutig und verletzt am Boden, eine Wunde war auf ihrem Bauch. Sie atmete zum letzten Mal rasselnd und schmerzhaft ein. Ich rief nach Hilfe, doch niemand kam. Also gab ich meinen nach Erlösung, nach weniger Druck, flehenden Beinen nach und stolperte neben sie, zog mein T-Shirt aus und presste es verzweifelt auf die Wunde.
Unter Tränen presste ich hervor: „W-W-Wer war das? Wer ha-hat dir das angetan?!“ Sie keuchte ängstlich: ,,Lebe ich noch, ist das noch Leben? Hilf mir, Alera, bitte…“ Plötzlich irrte ihr Blick von mir weg, auf einen Punkt hinter mich: „Ahhh, nein, komm, nicht näher, lass mich in Ruh…“
Ihr letzter Atemzug war vorbei, ich drehte mich reflexartig um. Aber es war nur Aurora, die mit ängstlichem Blick zu mir herunterschaute: „W-Warst du das?“ Ich schüttelte den Kopf, unfähig zu atmen, unfähig zu denken. Ich wusste, dass die beiden zusammen waren, doch jetzt… Ich hörte ihr keuchendes, hustendes Schreien nur dumpf. Sah nur verschwommen durch meinen Tränenschleier, wie sie sich neben Maggy kniete.
Meine eigene Trauer erdrückte mich fast. Maggy war mir schon immer früher eine gute Freundin gewesen. Diese ganzen Erinnerungen, ich erinnerte mich, wie sie und ihre große Schwester mich, Maggy und Aurora, verbotenerweise in die Disco geschmuggelt hatten und mich am nächsten Tag vor meinen Eltern verteidigt hatte. Ich war am nächsten Tag mit einem ordentlichem Kater(Alkoholnachwirkung) in einer Bushaltestelle aufgewacht. Ich teilte so viele Erinnerungen an sie, doch jetzt waren weitere schöne Erinnerungen nicht möglich. Es wäre zu schön gewesen, irgendwann in ein paar Jahren Auroras und Maggys Hochzeit zu feiern…
Bild: AI generiert über Dezgo AI






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