Unsere Ozeane ertrinken in Plastikmüll

Wenn wir weitermachen wie bisher, kann es sein, dass 2050 mehr Plastik in den Meeren schwimmt als Fische. Für die Meeresbewohner und ganze Ökosysteme ist das eine große Gefahr. Die Meere der Welt sind schon jetzt voll mit Plastikmüll. Mehr als 150 Millionen Tonnen sind es schätzungsweise schon im Wasser, am Meeresgrund, am Strand und hinzu gelangen jedes Jahr 4,8 – 12,7 Millionen Tonnen. In jedem Quadratkilometer der Meere befinden sich Hunderttausende Teile von Plastik.

Wie gelangt eigentlich so viel Plastik in die Meere?

In vielen Ländern werden deutlich weniger als 50% des Plastiks eingesammelt und in vielen ländlichen Regionen noch viel weniger. Müllsammlung, Entsorgung sowie Recycling kann oft aufgrund fehlender Mittel nicht öffentlich finanziert werden. Dazu beteiligen sich Unternehmen nicht an der Finanzierung. Plastik wird hauptsächlich von Land aus über Flüsse in die Meere eingetragen. Große Mengen von Müll stammen zudem von Fischereischiffen. So landen etwa zwei Prozent der weltweit verwendeten Ausrüstung wie Netze, Leinen, Köderhaken, Reusen und Fangkäfige in den Ozeanen.

Wie ist Plastik entstanden?

Der erste Kunststoff wurde auf der Weltausstellung im Jahr 1862 in London präsentiert. Er hieß „Parkesine” – nach seinem Erfinder Alexander Parkes, der ihn aus Zellulose ableitete. Dieses organische Material ließ sich formen, während es erhitzt wurde, und behielt seine Form nach dem Abkühlen bei. Über die Jahre wurde der Kunststoff immer wieder verbessert. Einen weiteren Kunststoff mit den Eigenschaften von Polyethylen entdeckte 1954 der Chemiker Guilio Natta: Polypropylen wurde in den fünfziger Jahren populär und wird bis heute für eine Reihe von Alltagsprodukten wie zum Beispiel Verpackungen, Kindersitze oder Rohre verwendet.

Ein weiteres Problem ist, dass bis zur völligen Zersetzung von Plastik können mehrere Hundert bis Tausende an Jahren vergehen können. Das Plastik zerfällt bis dahin in immer kleinere Partikel, das sogenannte Mikroplastik. Diese Partikel werden mit Nahrung zum Beispiel Plankton verwechselt und von Meerestieren gegessen. Meeressäuger und Fische vertauschen auch zum Beispiel Plastiktüten mit Quallen oder verfangen sich im Müll und verenden qualvoll. Plastik enthält oft auch auch Zusatzstoffe wie Weichmacher und Flammenschutzmittel, die sehr schädlich für den tierischen Organismus sind.

Unter anderem können Fischernetze auch zum Problem werden, da die sogenannten Geisternetze unendlich weiter fischen können, sie verfangen sich häufig in Korallenriffen und sind dort nicht nur eine Gefahr für Fische und Meeressäuger, sondern schaden auch der Riffstruktur. Allein in einem Jahr gelangen Stellnetze von einer Fläche von knapp 3.000 Quadratkilometer und Ringwadennetze von 75.000 Quadratkilometer ins Meer.

Kaum eine Bedrohung der Meere ist heute so sichtbar wie die Belastung durch Plastikabfälle. In knapp 100 Jahren hat das anfänglich vielgelobte Material unseren blauen Planeten unwiederbringlich verändert. Wurden in den 1950er Jahren knapp 1,5 Millionen Tonnen Plastik pro Jahr produziert, sind es heute fast 400 Millionen Tonnen. Und ein viel zu großer Teil davon landet im Meer. Plastik gelangt außerdem in die menschliche Nahrungskette. Die Schadstoffe aus dem Müll gelangen hauptsächlich über Fische aus den Meeren in den menschlichen Körper. Mikroplastik und umweltschädliche Stoffe werden von Fischen aufgenommen und enden durch den Verzehr dieser Tiere letztlich im menschlichen Körper. Ein weiteres Problem ist, dass das Mikroplastik aus Kosmetikprodukten in die Meere gelangt. Wenn Muscheln oder Korallen Mikroplastik aufnehmen, ist das für sie tödlich. Durch das Abwassersystem gelangen Schätzungen zufolge rund 1.000 Tonnen Mikroplastik aus Putzmitteln und Kosmetikprodukten in die Gewässer gelangen.

Wie können wir als Verbraucher Plastik vermeiden?

-Mikroplastik vermeiden
Der BUND veröffentlichte eine Liste der Kosmetik-Produkte, die Mikroplastik
enthalten. Sie sollte gemieden werden.

-Plastiktüten vermeiden
Außerdem sollte man auf Plastiktüten verzichten, für uns Privatpersonen bedeutet
das, Stoffbeutel, Einkaufskorb oder Rucksack zum Einkaufen mitbringen.

-Papiertüten wieder verwenden
An erster Stelle sollten wir den Einweg-Konsum von Tüten deutlich reduzieren.
Papiertüten gelten dann als bessere Wahl, aber auch diese werden aus Holz
hergestellt – ein Rohstoff, der durch Wald-Rodungen schon sehr überstrapaziert ist.
Auch Papiertüten sollten daher mehrfach genutzt werden.

-Mehrweg kaufen
Auf Einwegverpackungen, z.B. bei Milchprodukten oder Getränken, sollte verzichtet
werden. Stattdessen sind Mehrweg-/Glasbehältern zu bevorzugen. Für das
Mitnehmen von Getränken wäre eine Mehrweg-Flasche zu nutzen.

-Mithelfen
Regelmäßig finden von Naturschutz-Organisationen oder von regionalen Vereinen
Müllsammelaktionen statt, wo jeder mithelfen kann.

Quellenangaben:

(1): https://nachhaltig-sein.info/lebensweise/plastik-kunststoff-folgen-mensch-tiere-umwelt-gesundheit

(2): https://www.wwf.de/themen-projekte/plastik/unsere-ozeane-versinken-im-plastikmuell/plastikmuell-im-meer-die-wichtigsten-antworten

(3): https://www.planet-wissen.de/technik/werkstoffe/kunststoff/plastik-im-meer-106.html

(4): https://www.greenpeace.de/biodiversitaet/meere/meeresschutz/plastik-meer

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Hannah, WPK Medienpraxis

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